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Die Rettung des Turms

Als am 17. März 1989 unerwartet ein Stadtturm in Pavia einstürzte, hatte das ein Anwachsen der Sorge um den Glockenturm in Pisa zur Folge.

Das Ministerium für öffentliche Arbeiten beauftragte ein wissenschaftlich-technisches Komitee damit, die Sicherheit des Bauwerks zu untersuchen. Angesichts der kritischen Situation der Oberflächenstruktur empfahlen die Experten die Schließung des Turms für die Öffentlichkeit. Der oberste Rat für öffentliche Arbeiten kam der Empfehlung nach, und am 6. Januar 1990 schloss der Kampanile seine Türen.

Das Komitee

Ende 1990 ernannte das Ministerium für öffentliche Arbeiten ein neues internationales Komitee mit der Aufgabe, ein grundsätzliches Projekt sowie einen auszuführenden Plan für die Konsolidierung und Restaurierung des Turms zu entwerfen. Man war sich inzwischen darüber im Klaren, dass nur eine globale und multidisziplinäre Herangehensweise Hoffnung versprach, die Probleme des Bauwerks zu lösen: Das zeigt die Tatsache, dass das Komitee mit seinen elf Mitgliedern aus strukturellen und Geotechnik-Ingenieuren, Geologen, Architekten und Restauratoren bestand. 1997 wurde dieses erste Komitee mit einigen Veränderungen hinsichtlich der Teilnehmer ins Comitato per la Salvaguardia della Torre di Pisa (Komitee zur Bewahrung des Turms von Pisa) umgewandelt, dem 14 italienische und ausländische Mitglieder angehörten, und das den Auftrag hatte, die bereits begonnenen Maßnahmen zu Ende zu führen.

Der multidisziplinäre Ansatz bei den Tätigkeiten des Komitees wird durch die zahlreichen Untersuchungen im Vorfeld bewiesen, die durchgeführt wurden, bevor auch nur irgendein Eingriff beschlossen wurde, und die sowohl das strukturelle und geotechnische Ingenieurswesen betrafen, als auch die Bereiche der Kunstgeschichte und der architektonischen Restaurierung einbezogen. Bei der Planung der Konsolidierungsmaßnahmen hat man zu keiner Zeit die Notwendigkeit aus den Augen verloren, das Äußere des Turms, seine Baustruktur und seine Baumaterialien, zu respektieren; man hat ständig versucht, ein Gleichgewicht zwischen den Forderungen nach struktureller Sicherheit des Monuments und der Bewahrung seiner "Form", auch bezüglich der historischen Schichten, herzustellen.