Das Grabmal
Das Grabmal für Heinrich VII., das 1315 nach dem Willen der Pisaner und von Hand des Tino di Camaino errichtet wurde, stand ursprünglich im Zentrum der Apsis. Dieser Standort, bei dem es direkt unter dem Christus des Mosaiks im Gewölbe der Apsis platziert war, war von der gibellinischen Statt zum Zeichen der Ehrerbietung und Treue gegenüber dem Kaiser absichtlich gewählt worden, doch es blieb nicht lange dort. Die Statuen des Grabmals, über dessen komplexe Struktur noch immer keine Klarheit herrscht, wurden verstreut und nacheinander auf die Gebäude der Piazza verteilt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nur der Sarkophag mit dem liegenden Kaiser im linken Querschiff untergebracht, an demselben Platz, den er bereits Ende des 15. Jahrhunderts eingenommen hatte.
Die anderen Elemente, die nach und nach als Teile des Monuments identifiziert wurden, sind seit der Eröffnung 1986 in diesem Museum ausgestellt. Zu ihnen haben sich nun zwei Engel gesellt, die vom oberen Teil der Fassade entfernt wurden, wo sie jahrhundertelang - von der Kunstkritik unbeachtet - geblieben waren. Erstmals können die Besucher auf diese Weise selber die Plausibilität der vor kurzem vorgenommenen Zuschreibung der Engel an Tino di Camaino sowie ihre Zugehörigkeit zum Grabmal des Kaisers beurteilen, die durch die Schriftrollen mit der Trauerrede für "Henricus septimus" bestätigt wird.
Das Projekt
Die ursprüngliche Form und genaue Aufstellung des Grabmals von Heinrich VII. sind noch immer ein ungelöstes Problem. Um sich der Lösung anzunähern, stellt die virtuelle Realität ein wirksames Instrument dar. Mit Hilfe von digitalen dreidimensionalen Modellen der Gesamtarchitektur wie auch der einzelnen Skulpturen konnte man verschiedene Positionen der einzelnen Teile studieren und plausible Möglichkeiten des Zusammenbaus ausprobieren. Das VIHAP 3D Projekt hat dieser Studie eine spezifische Versuchsreihe gewidmet. Aus den ersten Ergebnissen sind ein Video und eine interaktive Installation entstanden, bei der es möglich ist, bis ins kleinste Detail sowohl die virtuellen Skulpturen zusammen mit historischen Informationen, als auch verschiedene Hypothesen zur Rekonstruktion zu visualisieren.
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