Das Gebäude, das heute das Didaktische Zentrum beherbergt, wurde von der Dombauhütte im Rahmen der umfangreichen Restaurierungsarbeiten am ehemaligen Kapuziner-Nonnenkloster, in welchem sich jetzt das Dommuseum (Museo dell'Opera) befindet, gestaltet. Das Zentrum, in welchem die historischen Archive und die Bibliothek untergebracht sind, wurde 1986 zusammen mit dem Dommuseum eingeweiht. Als Forschungszentrum dient es der kulturellen Förderung des Museums sowie des gesamten Monumentalkomplexes der Piazza.
Die Bibliothek
Der Bestand der Opera della Primaziale Pisana umfasst ca. 2000 Schriftstücke, Bücher und gesammelte Aufsätze, die sich in erster Linie auf die Geschichte der Institution, der Monumentalbauten auf dem Platz und allgemeiner auf die Stadtgeschichte beziehen. Dazu gehören bedeutende Veröffentlichungen, wie z. B. die Vite de' pittori des Vasari (1741), Da Morronas Pisa illustrata (1812) sowie die Annali Pisani des Tronci (1843). Der Bestand beinhaltet außerdem zahlreiche Doktorarbeiten über die kunsthistorischen Schätze der Stadt, die Reihe des "Bollettino Storico Pisano" (pisanische historische Berichte), die "Quaderni dell'Opera" (Veröffentlichungen der Dombauhütte), die "Quaderni Stefaniani" und die Annalen der Scuola Normale di Pisa. Der Zeitungsbestand stellt ein weiteres Forschungsmittel dar und bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, Ausgaben des "Monitore Toscano" (1848-1865), der "Gazzetta Ufficiale del Regno d'Italia" (1865-1870) oder auch von "La Domenica del Corriere" (1924-1938) zu konsultieren.
Historisches Archiv
Im heutigen Sitz des historischen Archivs der Dombauhütte wird dokumentarisches Material ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufbewahrt. Die älteren Schriftstücke befinden sich im Stadtarchiv von Pisa. Das Archiv ist mit dem Programm Arianna computerisiert worden, eine Arbeit, die vom Zentrum für Computerforschung in Bezug auf die Kulturgüter der Scuola Normale Superiore di Pisa in Zusammenarbeit mit der hyperboreisch-römischen Gesellschaft ausgeführt wurde. Ein großer Raum steht Wissenschaftlern und Forschern für die Konsultation und Forschungsarbeiten zur Verfügung.
Fotoarchiv
Der Bestand umfasst ca. 2000 Fotodrucke, ca. 1000 Fotoplatten und zahlreiche Filme. Die aufgeführten Zahlen beziehen sich nur auf fotographisches Material, das in der Zeit zwischen 1860 und dem Zweiten Weltkrieg entstand. Von besonderer Bedeutung sind die Fotographien vom Freskenzyklus des Camposanto vor dem Brand von 1944. Die Sammlung bildet einen permanenten Bezugspunkt für die wissenschaftlichen Forschungen von Geschichtswissenschaftlern und Kunsthistorikern. Außerdem befindet sich im Archiv eine große Anzahl an Filmaufnahmen von Veranstaltungen und Arbeiten auf dem Domplatz.
Gedrucktes Bildmaterial
Von großem Interesse ist die Sammlung von Drucken mit illustrierten Darstellungen der Stadt Pisa. Unter den ältesten befinden sich zwei wunderschöne Holzschnitte des Liber Chronicarum, das 1493 in Nürnberg gedruckt wurde. Aus dem 17. Jahrhundert stammen einige Radierungen von Stadtplänen, die in Amsterdam und Norditalien veröffentlicht wurden; es sind Ab/Herleitungen der Radierung des Soli aus den Jahren 1603-1613. Die beachtlichste Sammlung von Illustrationen ist aus dem 18./19. Jahrhundert und ausgeführt von ausländischen Kupferstechern, die mit der Verbreitung der Grand Tour nach Pisa kamen und ihre Ansichten der Monumente des Platzes verewigten. Das Ergebnis von Studien und sorgfältigen Messungen und Werke von hohem wissenschaftlich-historischem Wert sind dagegen die Illustrationen von E. Cresy und G. Taylor. Toskanischen Künstlern sind dagegen einige wertvolle Kupferstiche des Platzes aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zuzuschreiben. Unter ihnen Ferdinando Fambrini aus Lucca, Autor einer Serie von 14 Ansichten der Stadt Pisa, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit dem Maler G. Tempesti und mit A. Da Morrona ab den Jahren 1786-87 ausgeführt. Außerdem gibt es eine Reihe von Drucken von Ranieri Grassi, bedeutende Figur im Kulturpanorama von Pisa, sowie ein recht schaffensfroher Schriftsteller und Illustrator in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Nicht zuletzt verdienen auch die Originalzeichnungen und berühmten Kupferstiche von Lasinio besondere Aufmerksamkeit, auf denen ein großer Teil der Fresken des Camposanto dargestellt ist.
Musikarchiv
Das Musikarchiv besteht aus einer großen Sammlung, zu der mehr als 9000 Partituren zählen. Darunter befinden sich die Bücher, die von 1600 bis 1940 für die Messe und die Gottesdienste genutzt wurden, sowie die Werke, die sich auf die Tätigkeiten von 1940 bis heute beziehen. Ganz besondere Bedeutung kommt dem reichen Repertorium geistlicher Musik zu: Es handelt sich um Messen, Motetten, Antifonen (liturgische Wechselgesänge) und Loblieder aus dem 16./17. Jahrhundert von Pier Luigi da Palestrina, Marco da Cagliano, Tommaso Lodovico da Victoria und anderen. Dieses dokumentarische Material bildet eine Reihe von Bänden mit polyphoner, oft im Kanon ausgeführter Musik, wie sie für die liturgische Produktion der Zeit in der Toskana bereits typisch war. Bemerkenswert ist auch die Tätigkeit der Kapellmeister, die, indem sie für eine große musikalische Produktion sorgten, dazu beitrugen, dass das Ansehen des Domchors gesteigert wurde. Heutzutage werden die Kompositionen des Archivs in den Konzerten, die vom Domchor in der Kathedrale abgehalten werden, wieder aufgeführt.
Auditorium (Konferenzsaal)
Das Auditorium der Dombauhütte ist für Meetings und Konferenzen aller Art vorgesehen. Die Struktur kann bis zu 150 Personen aufnehmen und ist mit einer audiovisuellen Anlage und einem Empfangsraum ausgestattet. Weitere Informationen finden sie im Bereich HYPERLINK
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